Triebwerk

WMDEDGT 09/2018

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WMDEDGT 09/2018

Mein Morgen beginnt mit dem Weckerklingeln und einer kleinen Hand, die unter meine Bettdecke krabbelt.
Unser kleines Babymädchen kuschelt sich an mich, bevor wir aufstehen müssen.
Tiffy schläft seit einigen Tagen in ihrem eigenen Bett – sie ist selbstbestimmt aus dem Elternbett ausgezogen.
Nehmt das, ihr Hater von der “Die bekommt ihr nie wieder aus eurem Bett raus!”-Fraktion.
Ein wenig traurig bin ich aber schon.
Ich vermisse sie.

Auf in den Kindergarten

Heute darf ich wieder fliegen gehen und ich freue mich.
Mein Check-in, also die Uhrzeit zu der das Briefing beginnt, ist am frühen Nachmittag, so dass ich Vormittags noch genug Zeit habe.

Die Kinder trödeln wie gewohnt.
Ich sage alle 2 Minuten “Kommt ihr jetzt bitte”….
Sie kommen nicht.
Ich könnte mit Sicherheit auch eine prima Ziegenantreiberin in den Anden sein stelle ich fest.
Das Babymädchen ist beleidigt, weil sie beim Waschen kein Buch lesen darf.
Tiffy ist beleidigt, weil sie keine kurze Hose anziehen darf.
Ich einige mich mit meiner Jüngsten darauf, dass sie das Buch im Auto lesen darf und Tiffy gebe ich ihre kurze Hose für die Wechselwanne mit.
Wenn sie Mittags die Hitze bekommt, kann sie sich ja umziehen.

Wie immer rauschen wir um kurz vor knapp als Letzte durch die Kindergartentür.
…Geschafft.
Ich weiss nicht, wie mein Mann dass immer macht, aber er schafft es doch tatsächlich, die Kinder morgens eine Stunde eher abzuliefern.
Und soweit ich das Rekonstruieren kann sind sie dabei sogar angezogen.
Tja, da ist der Papa wohl die bessere schnellere Mama. 😉

Essen, Sport und los

Ich fahre schnell zum Supermarkt und kaufe mir Verpflegung für den heutigen Arbeitstag:
Salat, Brötchen und Obst.
Wie healthy ich halt bin. 😉

Anschliessend werfe ich mich in Sport-Outfit und turne zu Jilian’s 30 day shred* vor der Glotze.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole:
Wie healthy ich halt bin. 😉

WMDEDGT 09/2018

Zurück vor dem Fernseher bleibt ein kollabierendes Etwas mit hochrotem Kopf.
Ich.

Aber keine Zeit für Müdigkeiten:
Es warten Gäste auf mich, die in den Urlaub fliegen wollen.
Ich springe unter die Dusche und verwandele mich von dem schwitzenden Zombie mit der hochroten Birne in die gut duftende, perfekt geschminkte Flugbegleiterin. (Höhö.)

Ich mache mich auf den Weg zum Flughafen.
Da ich ja nicht von meinem Wohnort fliege, sondern shuttle (so nennt man dass im Flieger- Fachjargon 😜), fahre ich immer 3 Stunden vor check-in los.
Wie jedes Mal bin ich nach 1:10 Stunde Fahrzeit da.
😉

Flugvorbereitung

Ich checke mich ein und bereite den Flug vor.
Auf welchem Flugzeugmuster fliege ich heute?
Wieviele Gäste erwarten wir?
Wieviele davon in der Economy Class und wieviele in der Premium?
Welche Besonderheiten gibt es?
Welcher Gast hat ein Essen vorbestellt?

Heute ist mein erster Tag auf einem neuen Flugzeugmuster, auf dass ich einen Tag zuvor geschult wurde.
Deshalb wurde ich als “additional Crewmember” geplant; ich arbeite also noch nicht aktiv mit.
Ich bin aufgeregt.

Als die Crew komplett ist, startet zunächst der Purser mit dem Briefing und anschließend der Kapitän.
Danach werden wir auf das Vorfeld zu unserem Flugzeug gefahren.
Hach, was soll ich sagen?
Mein Herz geht auf; es ist Liebe.
Schon beim Betreten bin ich in das Flugzeug verliebt.
Es ist groß. So groß. <3

Es geht los

Nachdem alle Checks gemacht sind, kommen auch schon die Gäste.
Wir begrüßen Sie und sind beim Einsteigen behilflich.
Ich darf heute im Cockpit starten und landen, weil ich ja heute lediglich als zusätzliches Crewmember geplant bin und keine eigene Verantwortung habe.
Vom Kapitän und dem ersten Offizier bekomme ich einen Kopfhörer, damit ich den Funk mithören kann.
Ich liebe es.
… Erwähnte ich, dass ich es liebe? 😉

WMDEDGT Rhein
Wer errät, worüber wir da starten? 🙂

Heute fliegen wir nur eine kurze Tour nach Mallorca und direkt wieder zurück.
Die Zeit vergeht wie im Fluge; ich schaue mir das Flugzeug und das Equipment nochmal genau an und unterstütze die Kollegen beim Arbeiten.
Dann setzen wir auch schon zur Landung an.
Auf Mallorca ist es heute etwas diesig.

WMDEDGT 09/2018 PMI
Wir rollen zu unserer Parkposition

Wir verabschieden die Gäste und anschliessend kommt direkt das Reinigungspersonal an Bord.
Der Kapitän nimmt mich mit zum Outside-Check und erklärt mir einige technische Details des Flugzeuges.
Die Maschine wird zwischenzeitlich wieder für den Rückflug aufgetankt und als wir wieder an Bord kommen, steigen bereits die Gäste für den Rückflug ein.

Triebwerk
<3

Feierabend

Auch dieser Flug vergeht viel zu schnell, so dass wir schon kurz darauf wieder landen.
Feierabend für alle.

Ich bedanke mich bei der netten Crew und begebe mich dann auf die Suche nach meinem Auto.
Mittlerweile fotografiere ich es jedes Mal, bevor ich aus dem Parkhaus gehe.
Nach meinem ersten Flug habe ich es nämlich 45 Minuten gesucht.
Selbst mit Foto bleibt es ein Irrgartenlauf; aber ich komme an.
Ich ernte respektvolles Raunen meiner Kollegin für meine 1A-rückwärts-Einparkkünste.
War ein Versehen.
Und es hat keiner geguckt.
Würde ich natürlich nie zugeben.

Man mag es nicht glauben, aber selbst nach 22 Uhr gibt es im Ruhrgebiet Stau.
Wuzaaa.
Nichtsdestotrotz komme ich sehr gut durch und bin nur 1:50 Stunde nach unserer Landung zurück zu Hause.

Zu Hause.

Mein Mann, das Goldstück, wartet mit einem Bier auf mich und so stossen wir noch auf meinen ersten Flug auf dem neuen Flugzeug an.

Die Mädels schlafen.
Beide in unserem Bett.
Selbstbestimmt.
Ich kuschele mich an sie.

Das Leben ist schön.

 

Was habt ihr schönes gemacht?
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3 Kommentare

  1. Mädel, laß dir deine bzw. eure Elternzeit nicht madig machen, ja? Da ist auch ganz viel Neid dabei! Vergiß das nie. Wenn jemand versucht, dir reinzupfuschen, hast du etwas gut gemacht. Nein, du hast etwas BESSER als diejenige gemacht. Und jetzt genieß dein Wochenende, denn es ist deine eigene Familie und in 20 Jahren (oder auch früher, sage nur Pubertät), wirst du dann in der glücklichen Position sein zu sagen, dich um alles gekümmert zu haben UND arbeiten gegangen zu sein.
    Meine Mutter war Selbständige, in den 80ern ist sie dafür von unseren Nachbarinnen “gehatet” worden. Ich war nie ein Schlüsselkind, nie alleine und hatte immer Frischgekochtes und ein offenes Ohr von ihr (und Omi, Omi war aber nicht immer da). Man kann sowohl als auch. Man kann auch seinen Kindern mal sagen, das man gerne mal nur zu zweit wäre. Das haben meine Eltern übrigens genau so getan, ich glaube nicht, das es mir geschadet hat. Was du sonst an Mist zu lesen/ hören bekommst: Pell dir ein Ei drauf! Ich lese hier unter anderem deshalb mit, weil du so empfindsam bist und dein Familienleben so plastisch darstellst. (Da kommen durchaus Erinnerungen hoch. *mit Zunge schnalz*)

    Vergiß es niemals, da ist eine gute Portion Neid dabei, wenn dich jemand so angeht, wie du geschildert hast.
    Dann hast DU etwas richtig gut gemacht. Und dein Mann auch!

    Liebe Grüße
    Franziska

    1. Weisst Du was das Schlimmste ist?
      Egal wie man es macht, ist es für die anderen “verkehrt”:
      Ich war ja über 5 Jahre für meine Kinder zu Hause… da wurde geredet “Waaaas, die bleibt so lange zu Hause?” … jetzt arbeite ich wieder in Miniminiteilzeit, da kommt “Waaaas? Sie arbeitet wieder in DIESEM Job?” Es ist echt zum kotzen.
      Eine wichtige Erkenntnis in meinem persönlichen Reifeprozess ist wirklich: ICH KANN ES NICHT JEDEM RECHT MACHEN.
      Und dass will ich auch nicht.
      Nicht mehr.
      Denn das Wichtigste sind wir als Familie.
      Das wir glücklich sind… egal, was andere denken.
      Und das möchte ich hier auch gerne transportieren… umso mehr freue ich mich natürlich, wenn ich so nettes Feedback bekomme. ❤

      1. Dieses Feedback kommt von Herzen!
        Du bist nicht auf der Welt, um es jedem recht zu machen! Du machst es genau richtig, bleib dabei, denn deine Familie kommt an erster Stelle. Manchen fehlt einfach ein Hobby – oder eine Familie, ein gut funktionierender Freundeskreis oder die Idee, in sich selbst einen Anker zu haben.

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