Mütterbashing Lets talk about

Let´s talk about… Mütterbashing

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Neulich bin ich mit einer Kollegin geflogen, die ich zuvor nicht kannte.
Sie fliegt seit einigen Jahren in der Kabine als Flugbegleiterin und macht jetzt “nebenbei” ihre Pilotenausbildung.
Es war schon von Kindesbeinen an ihr Traum, eines Tages Pilotin zu werden.
Was ihr fehlte, war der Mut.
Bis zu dem einen Tag, an dem ihr klar geworden ist, wie wichtig es ist, nach den Sternen zu greifen.
An diesem Tag meldete sie sich in der Flugschule an.

Die Tinte unter dem Vertrag war noch nicht trocken, da wurden böse Stimmen aus ihrem Umfeld laut.
“Sie wird jetzt also Pilotin.
Und was ist, wenn sie mal Kinder bekommen will?
Wie, bitteschön will sie dass dann machen?”

Ich unterhielt mich lange mit der Kollegin.
Ich finde es toll, wenn jemand seine Träume verwirklicht.
Toll, wenn ich so viele unterschiedliche Leute und damit verbundene Lebensgeschichten kennenlernen darf.
“Warum machen die das?” fragte sie mich.
“Warum mischen sie sich derart in mein Leben ein, von dem sie doch nichtmal die leiseste Ahnung haben?”

“Ich weiss es nicht”, antwortete ich ihr wahrheitsgemäß.
“Ich weiss es leider nicht.”

Mütterbashing
Hinterherschreien wollte ich ihr aber am Liebsten:
“Das da und noch viel mehr von dem da wird auf dich hereinrollen, wenn Du eines Tages Mutter bist.
Jede Deiner Taten wird von der Mütter Mafia genüsslich auseinandergepflückt.
Grundsätzlich wird alles falsch sein, was Du tust.
Alles.”

Gibst Du die Flasche, bist Du eine Rabenmutter.
Stillst Du, bist Du eine Übermutter.
Schläft Dein Kind bei euch im Bett, wird es dort nie wieder ausziehen.
Schläft es nicht in eurem Bett, habt ihr eine fehlende Bindung.
Ziehst Du Deinem Kind eine Mütze auf, erschwitzt das arme Ding ja.
Ziehst Du Deinem Kind keine Mütze auf, bekommt es Zug.

Ihr seht, wohin die Reise geht.
Die Liste ist beliebig erweiterbar.
Mutter zu  sein ist wahrlich kein Zuckerschlecken.
Wir befinden uns permanent in einem Kreislauf aus schlechtem Gewissen und Druck.
Druck, der absolut überflüssig ist.

Sich ungefragt in das Leben anderer einzumischen ist leider eine der grössten Expertisen unter Müttern.

Let´s talk about… Mütterbashing

Mütterbashing Zitat: Bevor Du urteilen kannst über mich oder mein Leben ziehe meine Schuhe an

Mütterbashing im Internet

Ein Paradebeispiel für Mütterbashing im Internet ist der Instagram Auftritt von Daniela Katzenberger für mich.
Ob man jetzt Fan der Kult Blondine ist oder nicht sei mal dahingestellt.
Die Katze, Mutter einer 3-Jährigen, postet eine Menge aus ihrem Leben als Mama.
Unter ausnahmslos JEDEM Bild findet man dort zumeist hämische oder klugscheissende Kommentare von -Tadaaaa… Müttern.

Ihre Tochter hat nur ein Top an? – Das arme Ding verkühlt sich ja.
Sie trägt rosa? – Die Glorifizierung von Geschlechterrollen. Pfui.
Sie spielt mit fügeandieserstelleeinbeliebigeskinderspielzeug ein – Laut Studie Blablabla trägt das aber nicht zur frühkindlichen Förderung bei. Tststs.

Durch die vermeintliche “Distanz”, die das Internet schafft, wird der Tonfall oft sehr schnell sehr barsch. Selbst Fremden gegenüber.
Es fliegen Geschosse, für die man sich im “real life” zu Tode schämen würde.

Ich habe mir beispielswiese mittlerweile abgewöhnt, an Facebook Diskussionen teilzunehmen, selbst wenn es ein Thema ist, zu dem ich meine Meinung unbedingt loswerden muss.
(Beispiel “Ohrlöcherstechen bei Kindern”)

Wenn euch langweilig ist, scrollt euch doch mal durch die abertausende Kommentare eines solchen Posts – aber vergesst das Popcorn bitte nicht.
Wie Hyänen gehen die Mütter dort aufeinander los und zerfleischen sich bis aufs Mark.
Schlussendlich haben all diese “Diskussionen” aber keinerlei Wert, denn niemand ist bereit, sich auch nur um einen Milimeter auf den Gegenüber zuzubewegen oder aber ihm seine Sichtweise und die Beweggründe zumindest zu erklären.
– Draufhauen ist eben immer einfacher.
Das lernt man ja schon so im Kindergarten.

Mütterbashing in Müttergruppen

Dö-dö-dö-döööööm.
Stichwort: Spielgruppe.
Meist rutscht man da ja irgendwie so rein.
Wenn man Glück hat.
Oder Pech.

Die Kinder sind wenige Monate alt und schon beginnt er, der Druck.
“Wie, Du hast Jeremy-Jerome-Pascal nicht schon in der Schwangerschaft  beim Pekip angemeldet?
Das ist unerlässlich für eine gute frühkindliche Entwicklung!”

In.your.face.

Mütterbashing N scheiss muss ich

Und dann sitzt man da.
Mittendrin im Mütter Zirkus.

Von Tag 1 an wird gewetteifert.
Welches Kind schläft als erstes durch?
Welches dreht sich zuerst?
Welches der Babys krabbelt/sitzt/läuft vor allen anderen?
Die ein oder andere maßlose Übertreibung gehört dann offensichtlich zum guten Ton.

Boah, was habe ich es gehasst.
Was hasse ich es immer noch.

Ich war in meinem Umkreis irgendwie immer die Einzige, die die Hosen runtergelassen hat und ehrlich war.
Meine Kinder haben scheisse geschlafen und scheisse gegessen. Punkt.
Damit katapultierte ich mich zwar direkt auf Platz 1 der bemitleidenswerten Mütter (“Die Arme….”) aber ich konnte mich noch im Spiegel ansehen.
Wie habe ich es mal in einer der Gruppen gesagt? “Ich mach bei euren Wettbewerben nicht mit!”

Hinterher kamen witzigerweise einige der Mädels zu mir und offenbarten mir, dass ihre Kinder auch schlecht schlafen/essen.
Natürlich im geheimen unter 4 Augen.
“Das traut man sich ja gar nicht laut zu sagen…”

REALLY? So weit sind wir also schon?

Meine Erfahrungen mit Mütterbashing

Leider bin ich niemand, der sich mit dem Hintern drauf setzt, wenn er kritisiert wird.
Um ehrlich zu sein, kann ich mit Kritik an und um meine Person gar nicht umgehen.

Wie gesagt, war ich lange Zeit “die mit den schlecht schlafenden Kindern – kein Wunder, die schlafen ja auch mit im Ehebett”.
Ich war “die, die so lange ihre Kinder stillt – sie kann wohl nicht loslassen”.
Ich war “die, die ihre Kinder erst mit 3 in den Kindergarten gibt – die Helikopter Mama.”
… Ich war eben die Einzige, die offen darüber geredet hat.

Ich habe 2 Kinder und somit lange Zeit gebraucht, bis ich mich von dem Gedanken freigemacht habe, “perfekt” sein zu müssen.
Perfekt werde ich für “die anderen” sowieso niemals sein.
Perfekt bin ich für uns.
In unseren Stiefeln.
Unserer Familie.

Und ich würde alles wieder ganz genauso machen.
Darauf bin ich stolz.
`N Scheiss muss ich nämlich.

 

Jetzt bin ich gespannt auf EUCH!

Was fällt euch zum Thema “Mütterbashing” ein?
Wart ihr vielleicht schonmal Opfer der Mütter-Mafia?
Was wolltet ihr zu diesem Thema schon immer mal loswerden?

Den Beitrag von Nadine zum Thema “Wovon träumst Du” findet ihr hier.

Mütterbashing Lets talk about

Packt alles, was euch rund um das Thema “Mütterbashing” einfällt, bis zum 22.09.2018 in einen Blogbeitrag, verseht ihn mit dem Hashtag #Letstalkabout und setzt den Link danach hier in die Kommentare.
Natürlich könnt ihr euch ebenfalls per Facebook oder Instagram beteiligen.
Nutzt einfach den Hashtag #Letstalkabout  und informiert uns kurz per Email, Message oder das Kommentarfeld über eure Teilnahme.
Alle ohne eigenen Blog können selbstverständlich trotzdem mitmachen.
Sendet dazu eure Geschichten an wunschkindwege@gmx.de oder an Zwischenwindelnundwahnsinn@gmx.de. Wir tragen anschließend alle Beiträge zusammen und werden sie danach hier veröffentlichen sowie entsprechend verlinken.
Selbstverständlich könnt ihr hierzu gerne unser Logo nutzen.
Wer sich durch die vergangenen Themen klicken möchte, kann dass hier tun.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme!

3 Kommentare

  1. Hallo, Knoblauch-Hexe! =)

    Da ich keine Kinder habe, formuliere ich es einfach mal allgemein: Warum Mensch A Mensch B nicht einfach in Ruhe lassen kann, wenn man total konträrer Ansicht ist oder sich schlicht nicht riechen kann, wird für mich immer unverständlich bleiben. Garniert mit dem UNbändigen Mitteilungsdrang, der von Seite A an Seite B herangetragen wird.
    Leider darf man solchen Gestalten keine Drogen verabreichen, mir fielen spontan drei ein für einen “Halt’s Maul”-Einsatz.

    Halt die Ohren steif! Manche sind einfach dumm und – und ganz ehrlich – charakterlos. Anders kann man sich diese Fehlleistungen anderen gegenüber nicht mehr erklären. Oder was sagst du?

    Liebe Grüße
    Franziska

  2. Oh je, ja, diese Facebook-Gruppen und Insta-Seiten meide ich auch immer. Bei mir im Blog und in den Social Media Accounts gab es zum Glück noch nie solche Anfeindungen – außer einmal einen fiesen Kommentar zu einem Insta-Post, indem ich es wagte, beiläufig zu erwähnen, dass mein erstes Kind schon mit 1 in die Kita kam…
    In diesem Blogpost habe ich mal meine Gedanken zum Thema Mamas und das (liebe…) Internet festgehalten: https://meine-eltern-zeit.blogspot.com/2018/04/mamaleben-internet.html
    Liebe Grüße
    Anne

  3. Vielen Dank für den schönen Bericht! Besonders dein Fazit gefällt mir 🙂
    Als Mama und Bloggerin habe ich nicht nur oft zustimmend genickt, sondern mich auch sehr über eure Blogparade gefreut. Daher habe ich ein paar Erfahrungen dazu zusammengeschrieben und auf meinem Blog (natürlich unter Nennung und Verlinkung der Aktion) veröffentlicht: https://weltenschmie.de/muetter-bashing/
    Das Ganze gibt es natürlich auch in den sozialen Medien unter eurem Hashtag #Letstalkabout.

    Liebe Grüße
    Tenja Tales

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