WMDEDGT 04/2018

WMDEDGT 04/2018

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Nun komme ich auch endlich dazu, meinen gestrigen Donnerstag zu verbloggen.
#somuchtodosolittletime
Wie jeden Monats 5. heisst es nämlich auch wieder für mich: „WMDEDGT?“ – Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?
Alle meine bisherigen Teilnahmen bei „WMDEDGT“ findet ihr übrigens hier.

WMDEDGT 04/2018

Mein Tag beginnt mit Kreislauf.
Angenehm.
Nicht.
Ich esse schnell eine Banane, bevor ich Tiffy in den Kindergarten fahre.
Danach geht es etwas besser.

Wir befinden uns übrigens an Tag 3 der Kindergarteneingewöhnung mit unserem Babymädchen.
Unsere tolle Kitaleitung hat es uns ermöglicht, dass sie bereits jetzt, 4 Monate vor dem offiziellen Start, beginnen kann, damit die Betreuung während meiner Einstiegsphase in den Job ein wenig einfacher für alle ist.

Die Kita gewöhnt mit dem Berliner Modell und einer festen Bezugserzieherin ein, so dass ganz auf die persönlichen Bedürfnisse des Kindes eingegangen wird.
Die Einrichtung besteht nur aus einer einzigen Gruppe, in der die grosse Schwester ja ebenfalls geht. 
Gestern und vorgestern war ich je 1 Stunde mit ihr da, von der sie mich exakt 60 Minuten lang nicht beachtete. (Eindrucksvoll nachzulesen hier sowie hier bei Instagram per Live-Post.)
Für heute hat die Erzieherin deshalb bereits die erste Trennung geplant.
Mein Mamaherz schlägt schwer.

Wir bringen erst Tiffy in den Kindergarten, fahren anschließend noch einmal nach Hause und um 10:00 Uhr hat das Babymädchen dann ihren „Termin“.
Sie ist noch nicht mal ganz drin, in der Gruppe, da schlägt sie (!) ihrer Erzieherin ganz euphorisch (!!) vor, Mama jetzt rauszuschmeissen.
Ich fange gleich an zu weinen.
Sie nicht.
Sie schubst mich freudestrahlend durch die Tür, winkt einmal kurz, dreht sich um und rennt mit ihrer Erzieherin in die Gruppe.

Ich beherrsche mich mit dem Losheulen, bis ich im Auto sitze.
Nun bin ich also alleine.
Verlassen.
Eine Mutter ohne Kinder.
Wenn man mich jetzt beim Einkaufen sieht, denken bestimmt alle: „Die hat keine Kinder!“
Wahrscheinlich auch, weil ich so unfassbar jung aussehe.
Hahahaha.
Ich kann wenigstens noch dumme Sprüche machen.
Ich überlege kurz, mir ein Shirt mit dem Konterfei meiner Kinder drucken zu lassen.
Als Zeichen für andere Mütter. – „Ich bin eine von euch“.
Für eine, die nichtmal auf ihrem privaten Facebookprofil ein Bild ihrer Kinder veröffentlicht hat, hat sie ne ganz schön kesse Lippe.
Ja, hat sie.
Heute ist emotionaler Ausnahmezustand.
Und schon ist der nächste T-Shirt Slogan geboren.
„Ich darf das.“
Ich glaube, ich werde T-Shirt Designerin.
… Im nächsten Leben dann.

Ich flitze zu Rossmann und bin erstaunt, WIE SCHNELL man beim Einkaufen sein kann, wenn man nicht alle 10 Sekunden „Pass bitte mit dem kleinen Wagen auf!“ rufen muss.
Dafür werde ich fast von 3 ebensolcher kleinen Wägen umgefahren.
Gut, dass ich mein T-Shirt nicht anhabe. 😉

WMDEDGT – im Bürgerbüro

Übermütig und vom neuen Gefühl der Geschwindigkeit übermannt, wage ich einen Besuch im Rathaus.
Dort liegt nämlich seit nunmehr mehreren Wochen der neue Personalausweis meines Mannes zur Abholung bereit.
Er hat in seiner spärlichen Mittagspause bereits 3x den Versuch unternommen, den Ausweis abzuholen, ist aber jedes Mal hoffnungslos an der Überfüllung gescheitert.
Auch heute ist es sehr voll.
Osterferien. :-/

Ich ziehe die Nummer 46.
Aktuell sind wir laut Monitor bei der 34 und ich habe etwa 20 Minuten Zeit.
Herausforderung angenommen.

WMDEDGT 04/2018

In meiner Wartezeit fange ich an, eine Buchrezension zu verfassen, sehe, wie ein Pärchen das Büro der „Schwangerschaftskonfliktberatung“ betritt und stehe kurz vor dem Erbrechen, weil der Mann neben mir sich die Seele aus dem Leib hustet.
Ich erspare euch Details, aber so etwas ekelhaftes habt ihr noch nicht gesehen.
Und gehört.
Mir ist immer noch schlecht.
Ich versuche mich abzulenken und überlege, was wohl in der Schwangerschaftskonfliktberatung passiert?
Ist das ein Pro-Forma Termin, der einfach nur absolviert werden muss wenn man vorhat, eine Abtreibung vorzunehmen?
Oder wird man dort ernsthaft beraten?
Der Mann hat sich mit den Worten:
„Hallo. Mein Name ist Herbst. Dürfen wir reinkommen?“ direkt in die Tür gestellt.
Seine Frau stand hinter ihm.
Irgendwie auffällig unauffällig, als würde sie sich hinter ihm verstecken.
Vielleicht spinne ich mir auch gerade alles zusammen.
Vielleicht auch nicht.
Anyway… Ich hoffe, sie tun das Richtige.

Die Zeit rast, die Nummern jedoch rücken nur schleichend weiter.
Bei Nummer 45 bleibt die Anzeige stehen und eine gefühlte Ewigkeit wird niemand weiter aufgerufen.
Ich werde verrückt.
Es wird schon so knapp, dass ich überlege ob ich meine Nummer lieber dem hustenden Opa oder Familie Herbst vermache.
Nur für den Fall, dass sie ein größeres Stammbuch benötigen.
Oder so.

Ich gebe der Anzeigetafel noch 30 Sekunden.
Just in diesem Moment werde ich aufgerufen.
Halleluja!
Mit der Vollmacht, meinem Personalausweis und dem alten Ausweis meines Mannes stürme ich ins Büro und noch bevor ich sitze, hat mein Gegenüber mein Anliegen und sämtliche Unterlagen auf dem Tisch.
Leider unterstützt er mich in meinen Vorhaben, in unter 2 Minuten wieder aus dem Büro raus zu sein, nicht.
Einiges Aaaah`s und seeeeeehr langsamen Klicks im Computer später bin ich kurz davor, mir den Ausweis selbst auszuhändigen.
Innerliche implodiere ich schätzungsweise 25 Mal, dann habe ich ihn endlich.
Tadaaaaaaa!
Mein Mann kann sich wieder ausweisen.
Ich bin der Held des Tages.

Ich renne mit vollbepackter Rossmann Tüte und dem heiligen Gral, dem Ausweis, zurück zum Auto, dass mittlerweile die zulässige Höchstparkzeit deutlich überschritten hat und rase zum Kindergarten.
Wenigstens hat mir das Bürgerbüro kein Knöllchen beschert.

WMDEDGT – in der Kita

Wie es meinem kleinen Baby denn wohl ergangen ist, so ganz ohne Mama?
Gespannt betrete ich die Kita.
Das Babymädchen guckt mich beleidigt an: „Mama, nicht kommen… eigentlich wollte ich noch mit den Kindern rausgehen!“
Ich bin erleichtert und froh und traurig zugleich.
Schön, dass es ihr so gut geht.
Schön, dass sie sich so wohl fühlt.
Ich gehe noch eine Runde mit ihr und den Kindern und der Erzieherin raus und bekomme eine kurze Zusammenfassung ihrer ersten „Alleinstunde“.
Danach verabschieden wir uns von Tiffy, die gerne noch etwas bleiben möchte.

Wir fahren nach Hause und essen eine Kleinigkeit zu Mittag.
Anschliessend kommt meine Schwiegermutter zu Besuch; wir wollen Tiffy dann gemeinsam abholen.

Die Kinder spielen noch draussen; angrenzend an das Kita-Gelände sind noch diverse Spielgeräte wie Trampoline etc., die von der KITA mitbenutzt werden dürfen.
Sie sind mit der Erzieherin auf den Trampolinen.
Die Erzieherin huscht schnell mit einer der kleineren Mädchen auf die Toilette und so stehen wir und schauen den anderen beim Hüpfen zu.
Sie toben und haben sichtlich Spaß.
Wenige Minuten später gesellen sich 2 weitere Mütter mit ihren kleinen Kindern dazu; sie gehören nicht zur Kita.
Ich unterhalte mich mit meiner Schwiegermutter und sehe aus dem Augenwinkel, wie beide Mütter tuscheln und kopfschüttelnd auf unsere Kita Kinder zeigen.
Und dann kam er, der Satz, der mich auch jetzt, 24 Stunden später noch zur Weißglut treibt.
Sie brüllt (!) mein Kind an: „Wenn Du meinen Sohn auch nur noch einmal anpackst, dann setzt es was, hast Du das kapiert?“

Ich atmete ein- und rastete aus.
So habe ich mich selber noch nicht erlebt.
Ich führte eine Grundsatzdiskussion über das allgemeine Sozialverhalten sowie das Besondere im Umgang mit Kindern, der bei der Dame natürlich die Wirkung einer Lautsprecherdurchsage durch eine leergefegte Bahnhofshalle erzielte.
Sie und ihre Freundinnen keiften, bedienten sich sämtlicher Klischees aus der alleruntersten Schublade und versuchten mir -die ich ja offensichtlich ein wenig dämlich war- begreiflich zu machen, dass das ein respektabler Umgangston war und sie diesen auch immer und immer wieder anbringen würden.
Und schliesslich hätte meine Tochter ja ihren Sohn geschubst.
Ich -entgegen meiner Art nunmehr weder freundlich, noch zurückhaltend- war kurz davor, ihr in ihr physisch sehr presentes Gesäß zu treten.
Ich versuchte ihr zu erklären, dass ich ein Schubsen selbstverständlich NICHT für in Ordnung halte und eine Ansprache in einer ANGEMESSENEN Art und Weise auch durchaus für ok, sie aber doch hätte bemerken müssen, dass sie ihren schätzungsweise 2-jährigen Sohn hier in wildgewordene Kita-Gruppe platziert.
Und statt sich mit ihrer Freundin an einem Kind „aufzureiben“ (denn nun war mir auch klar, worüber sie die ganze Zeit tuschelten und die Köpfe schüttelten: Es ging um mein Kind) hätte sie vielleicht ihr Kind einfach mal aus der Situation nehmen können.

Darüber rege ich mich eigentlich am Meisten auf:
Wäre ICH diese Mutter gewesen, dann hätte ich meiner Tochter erklärt: „Hör mal, hier springen gerade die Großen wild umher, lass uns doch erstmal woanders hingehen und gleich nochmal wiederkommen!“ – und ich wäre gegangen.
Solche Leute gehen offenbar übers Wasser, Teilen durch 0 und bestellen ihren Chickenburger ohne Chicken- kurzum: sie erwarten, dass die Musik mit ihrer Ankunft einen anderen Takt spielt.

Meine Schwiegermutter, die coole Sau, ganz die (Ex-)Arztgattin mit ihrer Cartier Uhr am Handgelenk und einem Bein im Pferdeapfel mischte dann auch noch mit und fragte, wo sie die Latten, denen beiden Damen wohl offenkundig fehlen würden, denn nachkaufen könne.
Die Kita Erzieherin stand auch nur kopfschüttelnd daneben und so bildten wir eine illustre Runde, rund ums Trampolin.
Ich explodierend, Oma Handtaschenschaukelnd, Erzieherin kopfschüttelnd.
Ach, selbst beim Schreiben rege ich mich wieder auf.
Karma wird Dir in Deinen Hintern treten, Bitch.

Meine Tochter nahm ich übrigens separat zur Seite und sprach mit ihr über die Situation und ermahnte sie bezüglich des Schubsens.
Ich habe ihr ausserdem mit auf den Weg gegeben, dass NIEMAND das Recht dazu hat, ihr zu drohen oder sie dermaßen anzufeinden und dass sie in einer solchen Situation immer zu uns oder einer anderen Bezugsperson gehen soll.

WMDEDGT – mit Deinen Emotionen

Anschließend fuhren wir nach Hause und die Schwiegeroma und ich spielten noch eine zwei drei vier Runden UNO mit den Kindern (haben wir in der Kids Edition* und kommt selbst bei der Zweijährigen super an).
Schwiegermutter stellte mit den Worten: „War schön, eben ein Stündchen rumzukommen“ fest, dass ihre Stunden nun wohl 2,5 Stunden zählen und machte sich auf den Heimweg.

Ich hatte immer noch so eine Wut im Bauch und war traurig.
Traurig darüber, dass mein Kind in ihrem Leben immer wieder auf Arschlöcher treffen wird.
Auf Menschen, die ihr nicht wohlgesonnen sind.
Und auf Menschen, die ihr gemeine Dinge sagen.
Ich werde sie nicht davor beschützen können.
Sie wird ihre Unbeschwertheit, ihre Unbefangenheit, ihre reine Kinderseele verlieren.
Durch ein Aufeinandertreffen mit Menschen wie heute am Trampolin.

Mein Mann kam von der Arbeit nach Hause und fand mich heulenderweise vor.
Auch er war fassungslos.
Hach, ich liebe ihn ja dafür, dass er immer die richtigen Worte findet in solchen Situationen. <3

Ich beschloss, heute ausser der Reihe zum Sport zu gehen, um den Kopf frei zu kriegen.
Jetzt tut mein Knie weh, wisst ihr Bescheid. 😉
Ich bin alt.

WMDEDGT – als Abendprogramm

Zum Abschluss des Tages gab es dann am Abend noch eine Runde GNTM und erneut musste ich feststellen, dass ich alt werde bin.
Kein guter Tag heute. 😉
Mich nervt, dass die Sendung mal so gar nicht COMPETISCHN, sondern offensichtlich sowas von abgekatert ist und die Mädels einfach nur aufs billigste vorgeführt werden.
Alle ohnen nennenswerte Vollmeise/Geltungsdrang haben ja nichtmal den Hauch einer Chance.
Hauptsache die Haare liegen, hauptsache die Quote stimmt.
(Ich empfehle hier an dieser Stelle übrigens die Serie „UNREAL“, die eine Satire auf all diese Castingsendungen ist).

So.
Genug aufgeregt für gestern.

Was macht ihr eigentlich so den ganzen Tag?

Lest euch auch bei Frau Brüllen rein, dort findet ihr nämlich die gesammelten Werke Tagebücher aus der Bloggerwelt.

Wer mehr von uns lesen möchte, hinterlässt mir gerne auf meiner Facebookseite oder und bei Instagram ein Däumchen.
Ich freue mich auf euch! <3

 

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