Vom Nullen und Erinnern…

Vom Nullen und Erinnern…

Bild: pixabay.com

Am vergangenen Wochenende habe ich genullt.

Forever 29. Und bitteschön ohne A-Z.

Äußerlich konnte mir der ganze Trubel rein gar nichts anhaben.
Was sind schon Zahlen?

Und hey, man ist doch immer nur so alt, wie man sich fühlt, oder?
Ich bin Foreeeeeeeever Young und hüpfe vor meinem inneren Augen in pastellfarbener Unterwäsche, faltenfrei und mit einer ziemlich straffen Bauchdecke auf einem XXL-Futonbett.

Innerlich ist dieses Wochenende aber ein kleiner Hurrikane durchgefegt.
Und obwohl (oder besser gesagt: TROTZDEM) mir die Worte meines 14-jährigens ICHs noch in den Ohren nachhallten (“Mit 30 erschieße ich mich!”) –  griff ich an diesem Morgen weder zur Kaliber 38 sondern beherzt zu Still BH und Bauch-Weg-Hose.

Die Augenringe notdürftig überschminkt und die Haare zu einem Babyfingersicheren Knoten drapiert, bekomme ich eine klitzekleine Sinnkrise.
Ich finde nämlich, 30 Jahre sind eine ziemlich lange Zeit und ich komme mir keineswegs so vor, als wäre ich wirklich schon SO lange auf dieser Welt.

War ich nicht gerade noch ein Kind, dass nackig im Garten durch den Rasensprenger gelaufen ist?
Mit pinkem Fahrradhelm das erste Mal allein zur Schule gefahren ist?
Wo ist das Kind, dass so gerne “Bunte Tüten” für eine Mark (deren Inhalt immer ein bisschen nach der Papiertüte geschmeckt hat…) am Kiosk gekauft hat, geblieben?
Wie konnte es so schnell die Schule beenden, eine Ausbildung machen, die erste Liebe und den weltgrößten Liebeskummer erleben, zu Hause ausziehen, heiraten und selber ein Kind bekommen?
Das alles in nur 30 Jahren???

Habe ich überhaupt jede Minute genossen?

Würde ich wieder alles genauso machen?

Das waren ein paar der wirren Gedanken, die in meinem Kopf rumspukten.

 

Dann warf ich ein Blick auf mein Baby.
Mein klitzekleines Baby, was gerade noch in Kleidergröße 50 versunken ist und das so zerbrechlich war.

Mein Baby, dass jetzt propper im Hemdchen und (um es mit den Worten unseres Kinderarztes zu beschreiben….) “wohlgenährt” vor mir liegt und sich kaputtlacht über ihre “Da-da-da”‘s und ihre Erfolge, sich durch die Gegend zu rollen.

….Ich frage mich, wo die letzten 7 Monate geblieben sind.

Und dann muss ich mir verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel wischen, weil die Zeit viel zu schnell verrinnt und ich sie so gerne für einen Moment anhalten würde.

 

… Also echt, liebe 14-jährige Düse.. zum Erschießen bin ich ja wohl noch wirklich viel zu jung.
Forever Young.

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