37 + 5 / ET – 5

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37 + 5 / ET – 5

Bild: pixabay.com

5 Tage noch.

5 Tage in denen Du nochmal alles geben kannst, um zu wachsen, Du kleine Maus.
5 Tage in denen Du nochmal mit Mama kuscheln darfst, Mamas Essen mitessen kannst, und Mamas Herz schlagen hören darfst.
5 Tage, in denen du die Stimme deiner Mama und deines Papas nur gedämpft hörst…
5 Tage noch muckeln im Dunklen und Warmen.
Dann bist du bei uns.
Der 30.09. wird es also werden… Der Tag, an dem unser Leben so anders werden soll.
So weit weg und doch so nah irgendwie.
Püppi, in 5 Tagen lernen wir dich kennen! <3

Der Termin war so…. ähm ja.
Erst wurde die übliche Vorsorge gemacht… CTG geschrieben, Pipi abgegeben, Blutdruck gemessen… War Gott sei Dank alles in Ordnung.
Dann hatte ich den Termin bei Herrn Doktor X, den wir schon vom letzten Mal her kannten.
Vor mir saß dann aber Frau Dr. Y, kaum älter als 12 Jahre alt, geschätzte 45 Kilo, langes, blondes Haar und ne große Ray-Ban-Nerd-Brille im Gesicht.
Voller Elan fing sie gleich an, munter drauf loszuschallen und drückte hier und vermesste da, begleitet von ständigen Aaahs und Oooohs….
Um das Spektakel dann mit einem abschliessendem “Ich verrate jetzt noch nicht, was ich errechnet habe… Wir warten mal auf Herrn Doktor X, mal gucken ob er das gleiche hat, wie ich!!”

Barbie… Geh nach Hause.
Echt.
Spiel im Sandkasten.

Mittlerweile hatte sich der Raum auch schon gefüllt und neben mir & Herrn Düse standen 4 weitere Ärzte im Raum.
Gott sei Dank auch irgendwann Herr Doktor X, der auch nochmal schallte und Doppler machte.
Beim Doppler musste ich 300 Mal die Luft anhalten, damit man den Fluss besser aufzeichnen konnte… Bitte… Mach ich alles.
Auch wenn ich kurzzeitig vor der Ohnmacht stand.
Dann sagte er… :
“Wir haben jetzt ein Gewicht von 2363g.”

*raschel*
*riesigerknallvomfelsbrockendermirvomherzenfällt*
*Stille*

Sie ist also weiter gewachsen.
Der Doppler ist gut, das CTG gut und sie wächst.

Dann fragte er: “Wie siehts denn aus? Haben Sie sich mittlerweile mit dem Kaiserschnitt als Option angefreundet?”
Ich: “Naja, muss ich ja wohl, oder?”
Er: “Wann haben Sie denn die nächste Vorsorge bei Ihrem Gyn?”
Ich: “? Ähm… Meinen Sie NACHsorge? Er hat mich jetzt zu Ihnen “Entlassen”… Nix mehr Vorsorge….Ich dachte Geburt!”
Er: “Nee… Sie müssen doch noch 1x die Woche ans CTG und das können wir nicht bis zum ET hier machen…”
Ich: *Atme* – Pause – *Atme* “Aha…. Ich hab aber in 2 Wochen ET und … überhaupt…”

Da ist Gott sei Dank Herr Düse aufgesprungen (im übertragenem Sinne) und hat Herrn Doktor erzählt, das unser Gyn der Meinung war, man müsse mich zur Überwachung stationär aufnehmen oder die Kleine asap holen, die Ultraschalldiagnostikerin auch zu einer zeitnahen Sectio geraten hat und wir schon Angst hatten, heute hier bleiben zu müssen und jetzt kommt er…..?????!

Da ist er dann “zurückgerudert” und gesagt, er hätte sich mit dem VET vertan und natürlich…. 3 Wochen warten würde er auch nicht mehr.
Und ich sehe ihm so aus, als wäre mit bei allem gar nicht wohl, was er auch versteht, wenn es 3 Meinungen von 3 verschiedenen Ärzten gibt.
Das war dann der Moment, in dem ich angefangen hab zu heulen.
Es war mir scheißegal, ob da 4 Ärzte mit im Raum waren.
Ich konnte nicht mehr.
Seitdem ich das KKH betreten hatte, hatte ich Schiss.
Schiss um mein Kind und mit Betreten der Entbindungsstation Schiss vor der Geburt.
Ich wollte eigentlich in diesem Moment nur noch weglaufen, mir irgendwo ein riesiges Loch graben und nie, nie wieder rauskommen.
Schwanger sein für den Rest meines Lebens erschien mir nie verlockender.
Ausserdem förderte die Frau, die laut im Kreissaal nebenan ihr Baby bekam, nicht unbedingt mein allgemeines Wohlbefinden und Selbstwertgefühl.

Und nun das.
Er schlug die Sectio für Freitag (im Sinne von übermorgen) vor, weil er Angst hatte, dass ich übers Wochenende dann nur Angst habe.
Anderenfalls Montag.
Spätestens allerdings nächsten Freitag.
(Wobei von Mittwoch-Freitag schon je 1 Sectio/Tag geplant war und er mir sagte, dass sie nur eine planmässige pro Tag legen)
Akut würde er keine Bedrohung für die Kleine sehen.

Ich erbat mir eine ruhige Rückzugsmöglichkeit für mich und Herrn Düse, damit wir darüber reden konnten.
Und Gott sei Dank habe ich diesen wundervollen Mann an meiner Seite.
Erst habe ich wieder ein bisschen geweint und er hat mich einfach gelassen.
Er hat mich in den Arm genommen, mich gestreichelt und mir gesagt, dass wir das zusammen schaffen.
Dann haben wir hin- und her überlegt.
Und sind dann zu dem Schluss gekommen, dass wir Püppi jede Sekunde länger im Bauch geben werden.
Wir haben noch kurz zwischen Montag und Dienstag hin- und herüberlegt, aber wir sind uns dann doch relativ schnell einig geworden.
Montag wird’s.
Zurück im Kreissaal war dann das Baby, dessen Mutter wir schon verbal kennenlernen durften, geboren.
Es schrie wie am Spieß… Das hat sich so süß angehört, das ich direkt schon wieder weinen musste.
Diese Scheisshormone.
Ich bin wirklich in den letzten 10 Monaten zum Heulmonster mutiert.

Wir haben dann nochmal die Formalitäten besprochen.
Freitag gehts nochmal ans CTG und zum Aufnahme- & Anästhesiegespräch und Montag früh ist dann die Stunde der Wahrheit.

Uffz…

Und mir ist immer noch schlecht.
Ich bin mal sowas kein Typ für Krankenhäuser.
Echt nicht.

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