13+4 ODER: Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst…

13+4 ODER: Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst…

Ich bin gerade sowas von wütend, das ist an Schwangerschaftshormonen schon vorbei, SO wütend bin ich.

Ich (die gut organisierte, perfekt vorbereitete, vorausschauend planende hyper-quadruppel-giga-mega-super-Mama) habe mir innerlich schon gefühlt 3000 Mal auf die Schulter geklopft für meinen Einfall, mich rechtzeitig um einen Termin zum Organultraschall zu kümmern, so dass wir den Termin AUF JEDEN FALL auf einen Freitag legen und somit der Düsenmann nebst Tiffy mitkommen kann.

Gerade haben wir es doch geschafft, dort anzurufen, der stolz grinsende, schwebende Kopf und ich.

Erster Dämpfer: “Also Freitags macht Frau Doktor die Untersuchung gar nicht. Nur Montags, Dienstags und Donnerstags.”

….
Hä?
Ok, muss ich nicht verstehen.
Die Praxis (eine Praxis, die ausschliesslich Ultraschalldiagnostik macht, by the way) ist also GEÖFFNET, es werden Untersuchungen durchgeführt, aber nicht DIESE Untersuchung?!
Weil…..?
Hinkt der Vergleich, dass mein VW Autohaus nur Montags, Dienstags und Donnerstags den Golf verkauft und in der restlichen Woche nur Passat?
Ich finde es sehr betreffend.
Verkäufer da, Auto da, aber warumauchimmer darf ich das Auto, dass da direkt vor meiner Nase steht, nicht kaufen.
Erst morgen wieder.

Egal, darüber habe ich mich nichtmal sonderlich aufgeregt.
Ich versuche mal, das Telefonat in etwa wiederzugeben.

Ich = D, wie in die sprachlose “D“üse
Helferin = N, wie in die “N“icht-Helferin

D: “Ok, das ist schlecht, mein Mann hat nur Freitags Homeoffice, so dass er mitkommen könnte, um unsere kleine Tochter zu beaufsichtigen, ich habe sonst niemanden zum Aufpassen!”

N: “Mmh… Ich sags Ihnen gleich, es wäre gut, wenn Sie ohne Kind kommen könnten.”

D: (lacht…. noch) “Ich habe aber leider niemanden für mein Kind.”

N: “Ich erzähle es Ihnen gerade mal… Es war gerade eine Familie da; wo der Vater mit seinem kleinen Kind mitgekommen ist, weil er auch was sehen wollte. Das Kind hat die ganze Zeit nur geweint und der Vater war auch enttäuscht, weil er ja gar nichts recht mitbekommen hat. Das ist eine hochkomplexe Untersuchung.”

D: (die die Untersuchung schon 2x mitgemacht hat und langsam sauer wird, jedoch immer noch freundlich ist) “Ja… Aber ich habe NIEMANDEN für mein Kind. Soll ich es draussen anbinden?”

N: “Können Sie ihr Kind denn nirgendwo abgeben?” (Sie kommt langsam auf den richtigen Weg, die Gute)

D: “Nein. Ich habe niemanden hier.” (Sehr monotones Gespräch. Gähn)

N: “Nicht mal eine Nachbarin oder so?”

D: (so langsam wird sie richtig sauer…..) “Nein. Wie gesagt… niemandem, dem ich mein Kind anvertrauen würde.”

N:Oh Gott sie Arme. Dann können Sie ja NIE weggehen? Mal Abends oder so?”

D: (Atmet einmal tief ein) “Nein. Aber dafür bin ich Mutter. Das macht mir nichts aus.”

N: “Oh je, sie Arme. Naja, dann machen wir Donnerstag Nachmittag und ihr Mann kann dann früher Feierabend machen um bei Ihrer Tochter zu sein?”

Eigentlich hätte ich an dem Punkt des Gespräches sagen müssen:
“Nein, vielen Dank. Ich möchte gerne, dass mein Mann und meine Tochter bei der Untersuchung anwesend sind, was bei Ihnen ja leider nicht erwünscht ist. Ausserdem möchte ich mir nicht von einer mir völlig unbekannten Person Vorschläge machen lassen, wo ich mein Kind anstatt dessen “zu parken” habe, weil es den werten Herrschaften nicht genehm ist.
Das ich Nachbarn, Bekannte oder Freunde habe, weiss ich selber – ich bin zwar nur Kassenpatient, aber ganz so dumm bin ich dann doch nicht.
Aber wann und wie und wo ich mein Kind abgebe, dass lassen Sie mal schön meine Sorge sein.
Nur weil es Ihnen nicht passt, gebe ich bestimmt nicht das Wertvollste ab, was ich besitze. Es tut mir furchtbar leid für Sie, dass Sie anscheinend keine Kinder haben und diese Liebe nie erfahren durften.
Schönes Leben noch, Ciao mit v, sagen Sie Ihrer Chefin nen lieben Gruß, sie haben gerade eine Patientin verloren.”

Was sage ich natürlich??
“Alles klar, was soll ich mitbringen?”

….

Ich hatte den Hörer noch nicht ganz aufgelegt, da liefen schon die Tränen.
Nein, nein, nein.
Ich mag nicht mehr so behandelt werden!!
Aber irgendwie gibt es da diesen einen Schalter in den Tiefen meiner Gehirnwindungen, der sich immer erst umlegt, wenn die ganz große Show schon gelaufen ist.
Dann brilliere ich mit den schlagfertigsten Antworten, die Argumente kommen zack-zack-zack, stehen bombenfest und halten einer Guantanamo Befragung stand.
Wie gesagt, ausschliesslich zu spät und nur in meinem Kopf.
Leider wird die Welt es nie erfahren.

Ich bin ja eher der Typ für die Nachhaltigkeit.
Anstatt Miss “Sprung in der Schallplatte” gehörig die Meinung zu sagen, werde ich mich nun nach einer Alternative unschauen und diese Praxis einfach nicht mehr betreten.

….Und wenn ich ganz gut drauf bin, schreibe ich noch eine schlechte Bewertung.
HA!

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